Carillon

Nowa Skotia

In einem Gebiet voller Hochmoore und beißendem Wind fühlen sich die Skoten wie zu Hause in der alten Heimat. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen, die Skoten sind ein Volk, das unter widrigsten Umständen zu Überleben weiß.

Besiedelt wurden sowohl die Berge der Thorns und die Black Mountains als auch die umliegenden Wälder. Geteilt werden die beiden Siedlungsgebiete durch ein Tal um den Lake Flat, genannt Glen Flat.

Diese Grenze ist jedoch nicht nur eine geographische, sondern auch eine geistige. Die Skoten in den Thorns streben nach Eigenbestimmung und daher für die Unabhängigkeit der Kolonien. Auf der anderen Seite hingegen gibt es eine Gruppe, die diese Bestrebungen bekämpft und hinter dem Gouverneur und vor allem hinter seinen Green's Rangern steht und für letztere auch Truppen stellt. Dadurch kommt es oft zu kleinen Scharmützeln zwischen den beiden Volksgruppen.

Jakob Erskine vom Klan Mar ist hier eine prominente Person unter den Aufrührern, die der Gouverneur lieber heute als morgen am nächsten Baum aufknüpfen lassen würde. Auch wenn Erskine als irrer Bergzausel dargestellt wird, fürchtet Green tatsächlich, dass Erskine eine Lawine ins Rollen bringen könnte, zumal er vor allem in Boozetown scheinbar einige Sympathisanten findet. Doch in den Thorns ist er nicht nur durch die Berge, sondern auch durch seine Anhänger geschützt. Selbst die Rangers wagen sich nicht in die Hochebenen der Thorns vor. Das Tal zwischen den Gebirgen wird daher umso genauer kontrolliert, auch mit Unterstützung der kronloyalen Skoten der Black Mountains.

Die Skoten

Die Skoten leben größtenteils als Farmer und Viehzüchter und sind durch ihre karierten Kilts leicht zu erkennen. Unter den anderen Kolonisten hält sich das hartnäckige Gerücht, dass die verschiedenen Karomuster und Farben, Tartans genannt, die Klanzugehörigkeit widerspiegeln. Dies gilt jedoch schon lange nicht mehr und ist heute eine reine Geschmacks bzw. Resourcenfrage. Klanoberhäupter tragen aber dennoch die traditionellen Muster ihrer Sippe. Nachnamen sind bei ihnen unüblich, stattdessen wird ein Patronym bzw. Matronym bei Mädchen verwendet und ein "vom Klan XY" angeführt. Sie tragen meist kurze und kernige Vornamen wie Karn oder Bruce, Ava, Moira oder Brynn.

Es ist schwierig, die Hochalmen und die Moore urbar zu machen. Daher wird sich wenig auf Feldwirtschaft, sondern eher auf Viehzucht, Forstwirtschaft, Torfstecherei sowie das Brennen von starken, rauchigen Schnäpsen, Uisge Beatha genannt, konzentriert. Scherzhaft wird gemunkelt, dass die Skoten durch ihre großen Schnapslieferungen in die Hafenstadt für den volkstümlichen Namen Boozetown verantwortlich seien. Diese Lieferungen nutzen viele junge Skoten (das schließt auch die Frauen mit ein), um sich in Boozetown zur Abwechslung einmal mit anderen Leuten zu prügeln, als sich immer wieder mit den selben Nachbarn zu schlagen. Die Skoten sind nicht nur genügsam und stolz, sondern auch aufbrausend und gewaltbereit. Eine gute Schlägerei ist aber auch die Grundlage für viele enge Freundschaften, denn gute Freunde müssen sich nach Skotsch'em Motto hin und wieder schlagen. Der Uisge Beatha ist hierbei stets präsent und dabei nicht nur Ursache für den Ausbruch von Gewalt, sondern auch ein Symbol für einen Friedensschluss und Gastfreundschaft.

Skoten führen im Kampf neben ihren Jagdmusketen gerne Schilde aus Metall oder Leder sowie Schwerter mit breiter Klinge und Korbgriff, Claidheamh Beag oder einfach Breitschwert genannt, welches sie mit großem Geschick aber auch Brutalität einzusetzen wissen. Eine aus dem Nebel stürmende, mit Schwertern bewaffnete Gruppe Skoten deren Kampfgeschrei von einer Great Bagpipe begleitet wird, lässt auch hartgesottene Veteranen vor Angst erstarren.